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Alles Ying-Yang oder wat? Verbandsliga (Herren)
Von: strandsocke Aus kardiologischer Sicht war der zurückliegende Spieltag sicherlich nicht sehr gesund, besonders nicht für die anwesenden Zuschauer. Die kotnaschenden Hortkinder aus der Bernsteinstadt bestritten ihr erstes Heimspiel in der Verbandsliga, zudem auch noch in heimischer Kampfstätte. Zu Gast waren die beiden Spielgesellschaften Grimmen und Universität Greifswald. Im Vorfeld der Saison konnten wir den einen oder anderen Neuzugang verbuchen, sodass bei uns in dieser Saison, im Vergleich zur letzten Spielzeit, auch mal eine Ein- bzw. Auswechselung möglich ist. Verrückt. Pünktlich und frisch geföhnt trafen alle Beteiligten in der Mühlenberg-Halle ein, Kaffee und Bockwurst waren heiß, das Bier kalt und die Netzantennen blitzeblank poliert. Soweit so gut. Im ersten Spiel gab es gleich den El Classico (waren das jetzt zwei Artikel?) gegen die Grimmener Hopfentruppe. Unzählige Schlachten wurden schon gegen dieses symphatische Team verloren bzw. gewonnen und nie war es langweilig, und auch das kommende Spiel hatte drei Spannungspunkte in der TV Movie verdient gehabt. Für uns war es schwierig die eigene Stärke einzuschätzen, da wir in Neuformation bis dato quasi noch nie zusammengespielt hatten. Nach ausgeglichenem ersten Satz setzten wir uns zum Ende etwas ab und gewannen, im zweiten Satz ging uns die Annahme verschütt, wir fanden diese erst gegen Mitte des vierten Satzes wieder. Zu diesem Zeitpunkt führte Grimmen bereits 2:1 nach Sätzen, besonders die Annahme und die Feldabwehr der Grimmener war um Längen besser und ließ uns am Sinn des Volleyballspielens zweifeln. Besonders der Grimmener Basti machte als Libero ein sehr gutes Spiel.
Im vierten Satz kämpften wir uns nochmal heran und konnten in der entscheidenden Phase die Crunch-Time-Punkte für uns entscheiden. Natürlich ging es in den 5. Satz, aber das wussten beide Teams bereits vor Anpfiff des Spiels. Die Stimmung war gar prächtig und eigentlich hatten wir nach knappen Satzgewinn den psychologischen Vorteil auf unserer Seite, allerdings waren wir wieder zu fahrig bei Annahme und Dankebällen, viel zu oft wurden daraus Bittebälle. So konnte sich der Grimmener Punktestand Stück für Stück von dem Unseren absetzen, beim Stand von 7:14 aus unserer Sicht hat uns jemand darauf aufmerksam gemacht, dass ein Tie-Break doch nur bis 15 ginge. Dieser Wachstoß kam leider zu spät, wir verloren nach kurzzeitigem Aufbäumen. Kann man nix machen, dabei hatten wir es uns anders vorgestellt. Im zwoten Spiel ging es gegen die Recken aus Greifswald, die ja bereits in der letzten Saison weit oben mitspielten. Auch hier begannen wir nervös und wussten am Ende des ersten Satzes nicht einmal, warum wir diesen verloren hatten, wahrscheinlich aber, weil die Greifswalder ausgebuffter in der Chancenverwertung waren. Mitunter entwickelte sich eine hochklassige Partie mit krachenden Angriffen und platschenden Blöcken auf beiden Seiten. Allerdings war bei uns die Annahme wieder aufgetaucht und auch unsere Feldabwehr ließ sich mal wieder in der Halle blicken. Die nächsten beiden Sätzen wurden recht souverän von uns abgefrühstückt.
So ging es auch weiter im vierten Satz, viele Zuschauer packten bereits ihre Jacken zusammen und suchten in der Handtasche nach der Busfahrkarte für den Heimweg. Sicherlich: Wenn man eine 24:20 Führung hat, so sollte man diese doch eigentlich über die 25er Grenze begleiten können. Falsch gedacht, bei uns wurde unser sicherlich größtes Problem sichtbar, bereits in den letzten Spielzeiten passierte dies uns immer wieder. Das Nervige: wir lernen nicht daraus. Mit den Gedanken schon bei Dusche und Bier, verlieren wir immer wieder die Konzentration, da werden bereits Scherzchen gemacht, bevor das Spiel zu Ende ist. Das darf gegen eine Mannschaft von dem Format, wie Uni HGW es nun einmal hat, nicht passieren. Diese nutzten unsere mentale Urlaubsreise gnadenlos aus. Im 5. Satz brachte der Apothekennotdienst die letzte Pallette Herztabletten für unsere Zuschauer. Hier entwickelte sich ein Satz in Tatort-Manier.
Immernoch hochklassig, wurde nun umso verrückter um jeden Punkt gefightet, auf beiden Seiten entstand kurzweilige Objektkunst in Form von grandiosen Abwehraktionen. Dies führte teilweise zu skurrilen und minutenlangen Ballwechseln, sodass man den Eindruck haben konnte, man befände sich in einem Show-Kampf a la Becker vs. McEnroe. Es gab Satzbälle auf beiden Seiten, beide Mannschaften zeigten sich als extrem nervenstark. Am Ende gewannen wir 20:18, ohne Glück geht sowas natürlich nicht, aber dennoch: am Ende haben wir doch noch Moral bewiesen. Starkes Spiel. Wir wollen ein Fazit ziehen: Zunächst muss man festhalten, dass der Abpfiff des dritten Spieles um 17 Uhr stattfand, also ein langer und intensiver Punktspieltag. Gegen beide Teams hatten wir sehr viel Spaß. Am Ende haben wir ying-yang-mäßige 2:2 Punkte, 5:5 Sätze und 206:206 kleine Punkte. Sicherlich geht es noch besser, aber wir haben gesehen, dass wir in der Liga mithalten können. Wir freuen uns auf die nächsten Spiele. Als Randnotiz sei gesagt, dass auf Grundlage der hohen Zuschauerzahlen das Bier am Ende alle war. Wir werden aus unseren Fehlern lernen. Danke an alle, die sich den Sonntag mit Volleyball-Gucken versaut haben und danke an Matti und Jasmin fürs Bockwurst-Kochen. Bis demnächst. Für BWOS spielten: Ralf Sieber, Karsten Puls, Max Herold, Marcus Gottschalk, Arne Berndt, Frank Thiessenhusen, Florian Hintz, Björn Klein, Florian Karnatz, Andreas Kowalkowski, Andreas Lewandowski, Christoph Lewandowski.
Weitere Infos unter: http://www.volleyball-ostsee-schmuck.de
Hinweis: Der vorliegende Spielbericht gibt ausschließlich die Ansicht des
jeweiligen Verfassers wieder.
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