Der VC Greifswald - Eine starke Gemeinschaft

Greifswalder Volleyballer trotzen der Corona-Pandemie und fusionieren historisch.

 

Seit mehr als einem Jahr ruht mittlerweile der Spielbetrieb in den Volleyballligen Mecklenburg-Vorpommerns fast vollständig. Dennoch wurde in dieser Zeit hinter den Kulissen Volleyballgeschichte in Greifswald geschrieben. Mit dem ESV Turbine Greifswald und der Volleyballabteilung der HSG UNI Greifswald fusionierten im Dezember zwei der größten Volleyballvereine in der Region zum VC Greifswald e.V.

Doch der Weg dorthin war ein steiniger, erinnert sich der Vorstandsvorsitzende Tom Kokot, denn die Vergangenheit war vor allem geprägt durch eine große Rivalität beider Vereine.

"Die sportlich sehr ehrgeizige 1. Herrenmannschaft der HSG, mit Joris Fellinger als engagierten und zielstrebigen Trainer, hat sich damals im Kampf um den Aufstieg in die Verbandsliga M-V und auch später in der Verbandsliga selbst des Öfteren die Zähne an den Lokalrivalen des ESV Turbine ausgebissen. Diese wirkten nach außen auch immer als unbeschwert, nicht verbissen und zudem fähig, auch ohne hartes Training, die Spiele für sich zu entscheiden." So Kokot.

Trotz aller Rivalität gab es in den Jahren 2012 bis 2014 dennoch erste Annäherungen. Im Rahmen des „Baltic Rally Cups“, vier internationale Volleyballturniere mit Mannschaften aus dem Baltikum, kooperierten beide Vereine ab 2013 und standen erstmals gemeinsam am hohen Netz, um den Greifswalder Volleyballsport in Polen und Litauen sowie in heimischen Hallen zu repräsentieren.

Dieses Ereignis war dann auch der Anlass für erste Gedankenspiele bezüglich einer Fusion. Im Mai 2014 setzten sich Vertreter beider Vereine zusammen, um gemeinsam zu überlegen, wie der Volleyball in Greifswald überregional repräsentiert werden kann. Hierbei ging es vor allem darum, die Kräfte zu bündeln, um perspektivisch eine Männermannschaft in der Regionalliga zu etablieren und den Jugendbereich optimal zu fördern. Letzteres Ziel wurde in den folgenden Gesprächen jedoch eher „stiefmütterlich“ behandelt, so Kokot weiter.

Letztlich scheiterten die ersten Fusionsbemühungen jedoch am zu großen Stolz beider Vereine. Dennoch einigte man sich, im Herrenbereich ab der Saison 2014/2015 als Spielgemeinschaft zu starten, um so das Ziel des Regionalligaaufstiegs zu schaffen. Nachdem man dieses Ziel in der ersten Saison noch knapp verpasste, stieg man als „HSG Turbine Greifswald“ in der Folgesaison dann souverän auf.

Mit dem sportlichen Abstieg in der Saison 2017/2018 kamen dann auch erneut die Fusionsgespräche ins Rollen. Die Verantwortlichen waren sich einig, dass eine Spielgemeinschaft nicht die Dauerlösung sein könne, um dem Volleyballsport in Greifswald eine angemessene Plattform zu bieten. In den kommenden eineinhalb Jahren trafen sich dann zehn HSG- und Turbinevertreter, um den Fusionsgedanken in die Realität umzusetzen. Ein entscheidendes Thema war nun auch die Jugendarbeit, die das Grundgerüst des neuen Volleyballvereins bilden sollte.   

Im Jahr 2020 war es dann so weit. Nachdem die Fusionsgespräche erfolgreich verliefen, wechselten die HSG Mitglieder zum 01.03.2020 geschlossen zu Turbine Greifswald. Auf der Mitgliederversammlung am 02.10.2020 erfolgte dann die Umbenennung zum „VC Greifswald“ und der neue Vorstand wurde gewählt. Der letzte Schritt erfolgte schließlich im Dezember 2020, als der Verein auch offiziell als „VC Greifswald e.V.“ beurkundet wurde.

Ein weiterer Meilenstein in der noch jungen Geschichte des VC Greifswald e.V. folgte am 01.06.2021. Auf den Prozess der Namensfindung folgend, stand in den vergangenen Monaten die Suche nach einem passenden Vereinslogo auf dem Programm. Aus 13 Vorschlägen hatten die Mitglieder die Qual der Wahl und entschieden sich am Ende für ein Logo, welches mit der Windkraftturbine und der rot-grün-weißen Farbgebung sowohl an des ESV Turbine Greifswald, als auch an die HSG Uni Greifswald erinnert.

Letztlich versprechen sich die Verantwortlichen von der Fusion zum VC Greifswald e.V. vor allem drei Dinge:

Der neue Volleyballverein soll ein Angebot für jeden in der Region schaffen, der sich dem Volleyballsport verbunden fühlt. Hierbei geht nicht nur um den Wettkampfsport, sondern vor allem auch um den Freizeitvolleyball. Neben den 17 Wettkampfmannschaften, sind beim VC Greifswald derzeit vier ambitionierte Freizeitmannschaften vorhanden, die regelmäßig auf Mixed-Turnieren in der Region Erfolge feiern. Von der Studentin bis zum Ansässigen sind alle Altersgruppen von Anfang 20 bis Mitte 40 in verschiedenen Leistungsgruppen vertreten.

Darüber hinaus soll mit einer ausgeprägten Jugendarbeit das Fundament für die Zukunft gegossen werden. Langfristig sollen die Jugendspieler in den Erwachsenenbereich überführt werden, um den Volleyball in Greifswald nachhaltig zu gestalten.

Letztlich soll dem interessierten Publikum in Greifswald sowohl im Männer- als auch im Frauenbereich ein hochklassiger Volleyball geboten werden.

Der Zusammenschluss von Vereinen ist nie einfach und wie die Geschichte des VC Greifswald e.V. zeigt, glich auch die hiesige Fusion eher einem Marathonlauf. Dennoch bewiesen die Beteiligten einen langen Atem und konnten so ein Fundament dafür schaffen, dass der Volleyballsport nachhaltig in der Region etabliert wird.

 

Autor: Felix Hag

Pressewart des VC Greifswald e.V.

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